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Mineralstoffe fürs Leben (1)

Als erstes für den Menschen lebensnotwendiges Mineral soll hier das Calcium vorgestellt werden. Wie fast alle Mineralien, Spurenelemente und Vitamine nimmt der „normale“ Mensch auch Calcium nicht ausreichend mit der Nahrung zu sich (meist nur 500 mg). Vor allem Frauen (Osteoporose!) ab 30 sollten Calcium-Tabletten zu sich nehmen. Jeder erwachsene Mensch sollte ca. 1000 mg Calcium (am besten zusammen mit Vitamin D) zu sich nehmen!
Calcium ist ein Erdalkalimetall und kommt von allen Mineralien am häufigsten im menschlichen Körper vor. Beim Erwachsenen sind das 2% des Körpergewichts, 99% davon in den Knochen. Calciumverluste können durch (übermäßigen) Verzehr von Alkohol und Kaffee, durch Sport oder Streß, aber auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente (Laxantien, Diuretica, Kortison) entstehen.
Calciumreiche Nahrung: Natürlich Milch und Milchprodukte (Fettarm, Buttermilch), bestimmte Gemüse wie Fenchel, Grünkohl und Brokkoli, frische Kräuter wie Kresse, Petersilie, Kerbel und Schnittlauch. Trinken Sie calciumreiche Mineralwässer!
Patienten, die Medikamente einnehmen müssen, sollten, um Wechselwirkungen zu vermeiden, immer ca. 1 Stunde Abstand zum Calcium-Präparat einhalten!!


Calcit/Kalkspat (CaCO3) Fundort: Ludwigsdorf bei Görlitz
 
Mineralstoffe fürs Leben (2)

Ein weiteres lebensnotwendiges Mineral ist das Magnesium. Auch Magnesium (Mg.) ist wie das Calcium ein zweiwertiges Erdalkalimetall, es ist silberweiß glänzend, hat einen Schmelzpunkt von 650° C und verbrennt mit blendend weißem Licht zu Magnesiumoxid. In der Natur kommt Magnesium nur in gebundener Form vor als Magnesit, Dolomit, Talk etc..
Der menschliche Körper enthält ca. 30 g Mg., und zwar in fast allen Zellen. Magnesium aktiviert zahlreiche Enzyme, die in den Stoffwechsel eingreifen. Das komplizierte Zusammenspiel von Calcium, Magnesium und Kalium macht die Erregungsübertragung von den Nerven auf die Muskeln erst möglich – daher führt ein Magnesiummangel zu Krämpfen (Wadenkrämpfe!), aber auch zu Problemen mit der Haut.
Magnesiumsulfat (Bittersalz) ist ein sogenanntes salinisches, sehr drastisches, Abführmittel. Magnesiumhydroxit ist u.a. in den Antacida (gegen Sodbrennen) enthalten, welche die Magensäure binden bzw. abpuffern.
Magnesiumreiche Nahrungsmittel sind Weizenkleie, Nüsse, Kakao und einige Obstsorten.
Wie beim Calcium müssen unbedingt Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachtet werden!

Magnesit
Magnesit (MgCO3), Fundort: Kärnten/Österreich
 
Mineralstoffe fürs Leben (3)

Eisen ist das häufigste Schwermetall der Erdrinde und kommt in jeder lebenden Materie vor. Ohne das Eisen könnten wir nicht leben. Eisen (Fe von ferrum) kann sowohl zwei- wie dreiwertig vorliegen. Unser Körper benötigt das Eisen in erster Linie zur Blutbildung, es wird normalerweise zweiwertig gebraucht. Daher ist bei allen Eisenpräparaten in der Apotheke Vitamin C zugesetzt, um dreiwertiges Eisen zu reduzieren. Der Gesamteisengehalt eines Erwachsenen beträgt 3,5 bis 5 g, im Hämoglobin sind ca. 70% gebunden. Mit der (gesunden!) Nahrung werden täglich etwa 10-15 mg Eisen aufgenommen, das deckt normalerweise den Bedarf. Beim Eisenmangel, der sich in Müdigkeit, brüchigen Nägeln und trockener Haut äußern kann – und gar nicht so selten ist – muß hochdosiertes Eisen eingenommen werden: Geduld ist vonnöten, da es sehr lange (Monate!) dauert, bis die Eisenspeicher wieder aufgefüllt sind. Erschwerend hinzu kommt, dass alle Eisenpräparate nüchtern besser wirken, aber von vielen Patienten schlecht vertragen werden. Der Eisengehalt tierischer ist höher als der pflanzlicher Nahrungsmittel und besser verwertbar.

Magnesit
Eisenglanz (Haematit), Fe2O3 als Gang in Granit, Fundort: Lauba bei Löbau
 
Mineralstoffe fürs Leben (4)

Zink kommt an der Erdkruste relativ häufig vor, nie gediegen, sondern normalerweise als Zinksulfiderz. Es ist essentiell für alle Lebewesen und wichtiger Bestandteil von Enzymen, z.B. der RNA-Polymerase. Der größte Teil (25%) des Zinks im menschlichen Körper ist in der Haut zu finden. Die benötigte Tagesdosis beträgt für Menschen 15 mg, die, da der Körper das Zink nicht speichern kann, kontinuierlich mit der Nahrung aufgenommen werden muß. Vergiftungen sind schon bei der Aufnahme von 1 g möglich!! Eine häufig falsche Ernährung führt dazu, dass Zinkmangel gar nicht so selten ist. Die Folgen sind z. B. vermindertes Längenwachstum, Haarausfall und Entzündungen von Haut und Schleimhaut. Zink ist u.a. in rotem Fleisch, Fisch, Kuhmilch und verschiedenen Gemüsen enthalten.
Es wurde festgestellt, dass Zinkgaben (wegen der Beteiligung an Enzymen) die Immunabwehr stärken und antiviral wirken soll. Der Einsatz als Erkältungsmittel ist umstritten. Auch die häufige Verwendung in Salben ist heute eher kritisch zu betrachten.

Magnesit
Sphalerit (Zinkblende) ZnS2 , Var. Honigblende, Fundort: Santander (Spanien)
 
Mineralstoffe fürs Leben (5)

Der Name Iod (Jod) leitet sich vom altgriechischen Wort für „veilchenfarbig“ ab. Es ist ein eher selteneres Halogen, in der Natur (nur) in Form von Verbindungen weit verbreitet: z.B. im Chilesalpeter als NaIO3, NaIO4 und Ca(IO3)2. Jod wurde 1811 vom Pariser Apotheker Bernard Courtois in der Asche von Seetang entdeckt. Es ist unentbehrlich für alle tierischen und menschlichen Organismen. Am höchsten ist die Konzentration im Menschen in der Schilddrüse und wird dort u.a. im Hormon Thyroxin genutzt; der Jodvorrat im Körper beträgt 10-30 mg. Jodmangel führt zunächst zu einer Kropfbildung der Schilddrüse, dann zu einer Unterfunktion mit schwerwiegenden Stoffwechsel- und Entwicklungsstörungen. Um einem Jodmangel vorzubeugen, wird Jodid dem Speisesalz zugesetzt. Unter unseren Lebensmitteln sind Seefisch und Meeresfrüchte die Hauptjodlieferanten. Jod (in einer Tinktur, heute häufiger in Salben) wirkt ausgezeichnet antibakteriell und fungizid.

 
Mineralstoffe fürs Leben (6)

Kalium (aus dem arabischen al qalja für Pflanzenasche) gehört zur chemischen Gruppe der (einwertigen) Alkalimetalle, ist silbrig, wachsweich und oxidiert an der Luft schnell und entzündet sich dabei. Daher muß es mit großer Vorsicht (Warnhinweise!) in wasserfreiem Petroleum aufbewahrt werden. 1807 wurde Kalium zum ersten Mal gewonnen und damals Potassium (Pottasche) genannt. Kalium kommt in der Natur nur in Verbindungen vor, meist als Chlorid (KCl) und noch weiter gebunden.
Technisch wird Kalium fast gar nicht eingesetzt, Kaliumsalze werden als Düngemittel verwendet. In der Pharmazie ist das Kaliumjodid zur Behandlung/Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen von großer Bedeutung. Das Kaliumpermanganat wird ab und an noch zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt.
Der menschliche Körper enthält 150 g Kalium, es ist ein essentieller Mineralstoff, der tägliche Bedarf liegt bei ca. 2 g. Im Körper spielt es u.a. (auch als Gegenspieler zum Calcium) zur Steuerung elektrochemischer Vorgänge in Nerven und Muskeln eine entscheidende Rolle. Bei Leistungssportlern kann es durch übermäßiges Schwitzen zu Krämpfen und Erschöpfungszuständen kommen.
Kaliumreiche Nahrungsmittel sind Pilze, Bananen, Datteln, Bohnen, Käse, Spinat und Kartoffeln.

Sylvin
Sylvin (KCl), (Leichte Rotfärbung durch den minimalen Eisengehalt),
Fundort Staßfurt (Sachsen)
Freundliche Leihgabe des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz

Brigitte Westphal, Fachapothekerin für Offizin-Pharmazie
 
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