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Kleine Teekunde (1)
In der Erkältungszeit ist es besonders wichtig, sich immer mit warmen Getränken zu versorgen. Viele Pflanzen können, als medizinischer Tee zubereitet, das Wohlbefinden erhöhen, manchmal sogar Beschwerden lindern.
Auch wenn gegen die Viren selbst, die meist die Erkältungssymptome verursachen, kein Kraut gewachsen ist, helfen manche Kräuter Husten, Schnupfen, Heiserkeit besser zu ertragen. Teedrogen gehören zu den ältesten Arzneimitteln überhaupt.
Vom Eibisch (Althea officinalis) wird die Wurzel verarbeitet, Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und Thymian (Thymus vulgaris) werden als ganze Kräuter aufbereitet, beim Anis (Pimpinella anisum) kommen die Früchte zur Anwendung. Eine Mischung dieser Kräuter finden Sie in vielen Hustentees, so auch bei H&S. Der festsitzende Schleim wird gelockert, das Durchatmen fällt leichter und wenn der Dampf des möglichst heißen Tees gleichzeitig inhaliert wird, lösen sich auch die verstopften Sekrete in der Nase.
Die Inhalations- und Wärmewirkung kann man mit einem Kräuterbad, möglichst mit Thymian, Eukalyptus und Fichtennadelöl unterstützen.
Ein gut schmeckender Vitamin C-Lieferant ist unser Sanddorntee.
 
Kleine Teekunde (2)
Nachdem hoffentlich bald der Winter dem Frühling weichen wird, denken viele Menschen daran, ein paar Pfunde abzuspecken. Auch dabei kann ein Heilkräutertee helfen.

Zu den Klassikern zum Entwässern gehören das Brennesselkraut (Herba Urticae), ebenso Birkenblätter (Folia Betulae) und der Grüne Tee. In vielen sogenannten Blutreinigungstees finden sich diese entwässernden Drogen, aber auch starke Abführmittel wie Sennesblätter. Leider wird immer noch angenommen, eine Blutreinigung sei sinnvoll, dabei kann das Blut gar nicht gereinigt werden – jedenfalls nicht mit Tees! (Es ist im übrigen ja auch nicht vergiftet, denn ein gesunder Körper scheidet die meisten Schadstoffe wieder aus und Schwermetalle und andere wirkliche Giftstoffe können nicht so einfach ausgeschwemmt werden.)

Trotzdem kann eine Teekur im Frühjahr beleben und die Heilkräuter können auch mit wohlschmeckenden Früchtetees ergänzt werden: dann kann man auch die empfohlenen drei Liter Flüssigkeit schaffen!

 
Kleine Teekunde (3)

Schon im Frühling erreichen jetzt die Temperaturen sommerliche Grade. Auch für diese Jahreszeit - und den Sommer erst recht - kann ich Ihnen Teeempfehlungen geben – nicht zuletzt als abwechslungsreiche Durstlöscher!

In den nicht arzneilich wirksamen (aber sinnvollen, weil Sie ja immer 2-3 Liter Flüssigkeit trinken sollen) und gut schmeckenden Teemischungen finden sich vor allem rote Früchte wie Hagebutte, Hibiscus und/oder Sanddorn, oft mit einem Zusatz von Vitamin C.

Nicht jahreszeitlich gebunden ist die Anwendung von Melisse (Melissa officinalis L.). Bei leichten Schlafstörungen, Unruhezuständen, aber auch bei krampfartigen Magenbeschwerden kann ein Tee mit dieser Heilpflanze helfen. Bei ähnlichen Symptomen (auch bei beginnenden Depressionen) kann man zum Johanniskraut (Hypericum perforatum L.) greifen. Bei dieser Pflanze ist zu sagen, dass es - wie bei chemischen Psychopharmaka auch - eine Weile dauern kann, bis eine Wirkung eintritt und es besser ist, genau dosierte Kapseln einzunehmen.

 
Kleine Teekunde (4)

Die Pflanze, die jeder kennt und die schon sehr lange und gut  wissenschaftlich auf ihre Inhaltsstoffe untersucht wurde, ist die Kamille (Chamomilla recutita L. u.a.).
Wir finden die – ursprünglich in Süd- und Osteuropa und Vorderasien beheimatete - anspruchslose Pflanze auf jedem Boden und in jeder Höhenlage Europas, weiten Teilen Asiens, Nordamerikas und Australiens. Die Handelsware stammt überwiegend aus Kulturen. Wer selbst (nur von unbelasteten Orten!) sammelt, wird in erster Linie die Blütenköpfchen verwenden, deren Qualität sehr vom Zeitpunkt des Sammelns und der Art des Trocknens abhängt.
Die Kamille ist ein altes Hausmittel und oft wird gesagt, dass sie „gegen alles“ hilft – das ist  natürlich nicht wahr! Aber es stimmt, dass die Kamille drei wichtige und auch wissenschaftlich nachgewiesene Eigenschaften besitzt: entzündungshemmend, krampfstillend und karminativ (gegen Blähungen), die Aufgüsse können innerlich und äußerlich angewendet werden.
Kamillenblüten sollten nicht viel älter als ein Jahr sein, damit die wichtigsten Inhaltsstoffe, die ätherischen Öle und Flavonoide, noch wirksam werden können.

 
Kleine Teekunde (5)

Besonders in der kalten Jahreszeit wird mehr Tee getrunken als sonst im Jahr. Entweder aus medizinischen Gründen, weil eine Erkältung behandelt wird, oder ganz einfach zum Wohlfühlen. Es gibt inzwischen viele exotische Sorten, die gut schmecken und gesund sind – schon wegen der Flüssigkeitsmenge, die man zusätzlich trinkt.
Bei Erkältungen wird gerne zur Lindenblüte (Flores Tiliae) gegriffen, die leider nicht viel nachgewiesene Inhaltsstoffe hat! Aber auch hier gilt: viel trinken ist immer gut und das Inhalieren beim Trinken des heißen Tees hilft auf alle Fälle. Wirksam sind jedenfalls die in den Hustenteemischungen enthaltenen Sorten: Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist schleimlösend und soll eine leicht antibiotische Wirkung (in den Blättern) haben; Thymian (Thymus vulgaris) hilft v.a. bei krampfartigem Husten und Entzündungen im Hals; auch  Süßholz (Glycyrrhiza glabra) wirkt schleimlösend. Fenchel (Foeniculum vulgare Miller var.) wirkt als Apiaceae ganz ähnlich wie Anis, nämlich nicht nur karminativ (gegen Blähungen), sondern auch  expektorierend. Außerdem lindert der Pflanzenschleim vom Huflattich (Tussilago farfara), unterstützt von Bitterstoffen, v.a. bei chronischem Husten.
Brigitte Westphal, Fachapothekerin für Offizin-Pharmazie

 
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